Reifenschlitzer im Wald
von Carlo Eggeling am 06.08.2026Die Pressemitteilung aus dem Rathaus klang gut, Radler freuten sich auf bessere Verhältnisse im Tiergarten: "Die bei Spaziergängern, Radfahrern und Joggern beliebte Strecke ist in einem schlechten Zustand und soll umfassend saniert werden." Das ist gut zehn Monate her, inzwischen hat sich der Weg zwischen Deutsch Evern und Wilschenbruch wieder in einen Hindernisparcours verwandelt. Mit der gern beschworenen Nachhaltigkeit hat es nicht geklappt.
Ein Speichen-Pendler beschreibt es: "Mittlerweile hat sich in den letzten Monaten das feine Sediment weggewaschen, es ist nur noch grober Schotter an der Oberfläche. Ich habe mir mittlerweile den dritten Platten dort gefahren und durch die spitzen Steine zwei Reifen zerstört. Materialkosten mittlerweile 140 Euro. Wie kommt man bitte auf die Idee, auf so einem Weg, so ein Scheiß-Material aufzubringen? Die nächste Körnung wäre Gleisschotter gewesen."
Alles soll besser werden, ergibt eine Nachfrage im Rathaus. Die Antwort: "Der Weg zwischen Wilschenbruch und Deutsch Evern ist primär kein Radweg, sondern ein Forst- und Wirtschaftsweg. Deshalb muss der Weg dauerhaft für 40-Tonnen-Fahrzeuge befahrbar sein, was einen entsprechend robusten Wegebau erfordert. Die Nutzung durch Radfahrende ist allerdings ausdrücklich willkommen."
Und weiter: "Wir haben eine Entmischung des Wegebelags festgestellt. Eine Nachbearbeitung und Neuverdichtung der Oberfläche ist für den September vorgesehen, um eine spürbare Verbesserung der Oberfläche zu erreichen." Verbesserung macht Hoffnung. Der Pendler aus Deutsch Evern hofft, dass das Bemühen Erfolg hat -- wäre gut für Reifen und Portemonnaie. Carlo Eggeling
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