Schützenhaus zu verkaufen
von Carlo Eggeling am 13.06.2026Unzählige Bälle, Feste und politische Kundgebungen -- das Schützenhaus gehört zur Lüneburger Geschichte dazu. Vermutlich nicht mehr lange: Mitglieder der Allgemeinen Schützengesellschaft der Stadt Lüneburg haben Anfang der Woche grünes Licht gegeben, das Haus am Schützenplatz zu verkaufen. Einen Interessenten soll es bereits geben, ein Lüneburger Bauträger, der unter anderem Auf der Höhe einen Komplex mit Wohnungen baut.
Mehrere Anfragen bei ASG-Präsident Andreas Wolf blieben ohne Antwort. Auch dem Kreis der Mitglieder war zu hören, worum es gehen soll: Das Schützenhaus ist in die Jahre gekommen, es müsste saniert werden. Das kostet viel Geld, das man nicht übrig hat. Die ehemalige Gastronomie ist verschwunden, neue Betreiber dürften kaum zu finden sein. Das Godehus, ein Bio-Markt hat sich ebenfalls verabschiedet. Aktuell hat die Paul-Gerhardt-Gemeinde mit der Kindertafel gegenüber dem ehemaligen Lucia-Gelände ein Übergangsquartier gefunden. Doch die Gemeinde will zurück in ihr Haus an der Bachstraße.
Keine leuchtenden Zukunftsaussichten. Also habe man sich für einen Verkauf entschieden, heißt es. Auf der Versammlung sei ein Kaufpreis für Haus und Grundstück genannt worden -- 700 000 Euro. Das Geld könne der Verein mit seinen rund 180 Mitgliedern gut gebrauchen. Denn der Schießstand, der hinter dem Schützenhaus liegt und den man behalten will, müsste energetisch auf Vordermann gebracht werden. Das Grundstück könne man entsprechend teilen.
Die möglichen Investoren sollen dem Vernehmen nach Wohnungen planen. Das würde sich in die Umgebung einpassen. Das Lucia-Areal wird auch mit Wohnungen bestückt. Das benachbarte Roy-Robson-Gelände soll ebenfalls bebaut werden -- alte Hallen der Kleiderfabrik weichen.
Im Paul-Gerhardt-Haus kennt Diakonin Antje Stoffregen einen Teil der Pläne. Sie sagt, die Gemeinde besitze einen Mietvertrag bis Ende des Jahres mit der Option einer Verlängerung um ein Vierteljahr. Sie hofft allerdings, länger bleiben zu können mit dem vielfältigen Angebot für den Stadtteil samt Hausaufgabenhilfe und Mittagstisch der Kindertafel. Das liegt daran, dass sich der Neu- und Umbau des alten Kirchengebäudes verzögert. Das habe interne Gründe, "aber wir wollen so schnell wie möglich loslegen".
Die Bauzeit kalkulieren sie in der Gemeinde mit ein- bis eineinhalb Jahren. Sie setzen auf eine Einigung mit den neuen Eigentümern. Denn die dürften Zeit benötigen für Pläne und Baugenehmigungen.
Die Geschichte der ASG reicht bis mindestens 1387 zurück. Damals war sie ein Teil der Stadtverteidigung. Carlo Eggeling
Die Bilder zeigen das Schützenhaus zu Zeiten des Godehus, das Roy-Robson-Gelände und Diakonin Antje Stoffregen.
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