Suche nach den vergessenen Opfern: Lüneburg startet Projekt zur Aufklärung von NS-Krankenmorden
von Landkreis Harburg reaktionell gekürzt am 03.07.2026
Auf dem Friedhof Nord-West und dem Zentralfriedhof in Lüneburg beginnt jetzt ein außergewöhnliches Forschungsprojekt: Experten wollen die Grablagen von 800 bis 850 Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen aufspüren. Das vom Bund und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mit mehr als 225.000 Euro geförderte Vorhaben soll klären, wo die Toten tatsächlich bestattet wurden und ob einzelne Opfer identifiziert werden können.
Auslöser waren Untersuchungen im Jahr 2025. Dabei stellte sich heraus, dass 49 Gräber der Kriegsgräberstätte lediglich Scheingräber sind – unter den Grabsteinen wurden keine Bestattungen gefunden. In weiteren Gräbern stimmten die aufgefundenen Gebeine nicht mit den vorhandenen Belegungsplänen überein.
Historische Recherchen zeigen zudem, dass zahlreiche Opfer der NS-Krankenmorde bei der Errichtung der Kriegsgräberstätte in den 1970er-Jahren unberücksichtigt blieben. Ziel des Projekts ist es nun, die ursprünglichen Grablagen zu lokalisieren und den Opfern einen würdevollen Erinnerungsort zu schaffen.
Quelle: »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg / Gesundheitsholding Lüneburg GmbH
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