Lüneburg, am Montag den 05.10.2026

SVG von den Goats gefordert

von SVG Lüneburg am 05.10.2026


Testspiel liefert wichtige Eindrücke – SVG siegt 3:2

Das war ein Test der intensiven Art: Gleich über fünf Sätze ging am Samstag das Duell der LüneHünen mit dem Bundesliga-Konkurrenten cerebricks Volley GOATS Mitteldeutschland. Nach 120 Mínuten Spielzeit setzte sich die SVG mit 3:2 (25:22, 22:25, 22:25, 25:20, 15:9) durch, hatte auf dem Weg dorthin weitere Erkenntnisse vor dem Saisonstart gesammelt.

Bei den GOATS passt viel -

SVG braucht Anlauf

eines zeigte sich früh: Die Gäste aus Sachsen-Anhalt haben ein gutes Team zusammen, das den LüneHünen viel abverlangte und das auch in der Bundesliga-Saison einen Schritt nach vorn machen könnte. “Durchaus spielstark, sehr gut in der Abwehr”, fand Bernd Schlesinger, der Sportliche Leiter der SVG. “Sie haben viele schwere Bälle verteidigt. Und das macht den Gegner immer gefährlich. Wenn man da nicht hochkonzentriert zu Werke geht, kann es eine böse Überraschung geben.” Schlesinger sieht den Qualitätssprung positiv: “Wir sind gefordert und dadurch werden die Spiele natürlich auch besser. Deswegen ist die Entwicklung, die Tendenz sehr gut - und das ist auch schön für die Liga.”




Früh im Spiel setzten sich die Goats ab (3:6, 4:7) und hatten die konsequenteren Aktionen, während die SVG viel Risiko ging, was zu Fehlern führte. Doch bald war zu sehen, wie sich die Gastgeber in der Sporthalle Hanseviertel ins Spiel bissen (7:11, 12:13, 16:16, 18:17). Bei den Goats passte weiter viel zusammen, die Ex-LüneHünen Neo Laumann und Cole Ketrzynski überzeugten dabei. In der ersten Crunchtime war beiden Teams der Spaß am Spiel anzusehen - jetzt waren Goats und SVG auf Touren. Zum 21:20 lieferten sich die Kontrahenten eine intensive Rally, ein Ball ins Aus von Andrei Druta, dem oft im Mittelpunkt stehenden Diagonalen, sicherte den ersten SVG-Satzgewinn.




Im zweiten Abschnitt startete die SVG mit mehr Power und hatte dabei gute Einzelaktionen wie Lovis Hombergers harten Angriff. Fast senkrecht krachte der Diagonalangreifer den Ball auf den Boden (7:5). Nach einem Ass von Borchert waren die Gäste jedoch wieder im Spiel (10:10), auch Laumann legte einen Punkt von der Linie nach (13:13). Danach waren die GOATS konsequenter, ein Pipe-Angriff von Ketrzynski baute den Vorsprung auf vier Punkte aus (16:20). Die SVG kam nochmal ran, lieferte sich erneut eine lange Crunchtime-Rally (20:21), doch Wardlow machte den Goats-Satzgewinn perfekt.




Zum dritten Satz rotierte die SVG ihr Team. Patrick Rogers, Cole Young und Reeve Gingera starteten. In der neuen Aufstellung brauchten die Hausherren Anlaufzeit - das nutzten die Gäste und setzten sich deutlich ab (2:7, 3:10, 10:17). Doch abermals war die SVG zur Crunchtime zurück - eine erneute Rally in der Schlussphase war fast schon zum Zungeschnalzen sehenswert (21:24). Ein Ass von Homberger eröffnete die Chance zum späten Satzgewinn (22:24), doch ein Aufschlagfehler des Diagonalen ließ die Gäste jubeln. Die hatten ihrerseits den besseren Druck von der Linie, machten allein in den Sätzen zwei (4) und drei (3) sieben von insgesamt elf Assen (SVG: 4).

LüneHünen finden die Konstanz

Im vierten Satz hatte die SVG ihre Konstanz gefunden, marschierte fast durchweg mit einer Führung durch den Abschnitt (5:3, 12:9, 18:15). Der Gleichstand zum Crunchtime-Start war nur eine Momentaufnahme, nach der die LüneHünen fünf Punkte in Serie folgen ließen und den Spielstand ausglichen.




Nun gab’s nach dem eigentlich nur für vier Sätze geplanten Spiel spontan doch noch einen Tiebreak. Und in dem dominierte die SVG. Schoenherr punktete per Monsterblock (3:2), Hombergers Block zum 6:2 war bereits der vierte starke SVG-Block in Folge. Und auch jetzt war wieder Rally-Time - diesmal war es Schoenherr, der abschloss (9:4). Goats-Chefcoach Bradley Hudson nahm eine zweite Auszeit, doch die SVG war nicht mehr zu stoppen: 11:5, 13:6, 14:8 - und Cole Young verwandelte per Angriff zum Matchball.




Topscorer war Lovis Homberger, der auf 22 Punkte kam. Bei den Gästen holte Cole Ketrzynski die beste Bilanz (13).


SVG: Gruvaeus, Holdaway, Homberger, Sani, Schoenherr, Välimaa - Goto; eingewechselt: Rein, Young, Rogers, Gingera


Stimmen zum Spiel:

Bernd Schlesinger (Co-Trainer & Sportlicher Leiter der SVG): “Es ist offensichtlich, dass wir noch viel Abstimmung brauchen. Es macht sich unwahrscheinlich bemerkbar, dass wir erst seit einer Woche Sechs gegen Sechs trainieren. Man sieht schon Potenzial. Wir werden aber noch einige Zeit benötigen, damit Zuspiel und Angriff passen, bei einigen Rotationen kann auch die Annahme noch besser sein. Das braucht Zeit - und das ist der einzige Faktor, von dem wir nicht mehr so viel haben … Deswegen ist es immer spannend und schön zu sehen, wenn der Gegner einem dann aufzeigt, wo wir noch arbeiten müssen. Nach den Spielen auf Mallorca haben wir explizit an der Abstimmung Schnellangreifer/ Zuspieler und dazu im Hinterfeld gearbeitet. Das hat sich schon deutlich verbessert, fand ich. Aber man kann ja jede Woche immer nur ein, zwei Elemente bearbeiten. Da brauchen die Trainer Geduld, die Spieler brauchen aber auch Geduld. Zeit und Geduld sind jetzt einfach die beiden Dinge, die wir im Moment brauchen.”


Bradley Hudson (Chefcoach Volley GOATS): “Lüneburg ist seit einigen Jahren ein Topteam, Stefan macht eine großartige Arbeit. Wir freuen uns, dass wir da sein konnten. Beide Teams haben viele junge Spieler, das hat man in einigen Momenten gesehen, das wurde zum Ende hin etwas sauberer. Wir brauchen noch ein bisschen Kontinuität im Team, aber wir haben heute gut auf die Herausforderungen reagiert. Wir haben es gut hinbekommen, um die zentralen Akteure der letzten Saison gute neue Jungs zu bauen, die sich gegenseitig unterstützen. Da sollte niemand erwarten, dass unser Team das gleiche ist wie letztes Jahr …”

Lovis Homberger (SVG) über die vergangenen Wochen Vorbereitung: “Der größte Unterschied ist eigentlich seit dieser Woche, dass wir 6 gegen 6 spielen. Es macht viel mehr Spaß im Training, ist viel mehr competitive und bringt Spielformen, die spielnah sind. Das hilft uns auf jeden Fall und macht auch viel mehr Spaß. Und im Spiel heute haben wir haben uns gut gebattled, würde ich sagen. Man merkt aber auch, dass uns noch noch Transition-Sachen fehlen, wenn es mal ein bisschen längere Rallys gibt. Sowas hatten wir bisher noch nicht so oft. Vor allem im Aufschlag haben wir echt guten Druck - wenn wir da unsere Fehler reduzieren, sieht das eigentlich ganz gut aus.”

Neo Laumann (Volley GOATS): “Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Ich glaube, dass wir eine talentierte Gruppe mit vielen coolen Jungs und einem guten Trainer haben. Wir können auf jeden Fall ganz gut spielen. Ich habe wieder zum alten Neo zurückgefunden, habe Verantwortung im Team und bin einer, der viel redet, um das Team zu pushen, den Standard hochzuhalten, auch im Training. Da hat das Jahr hier natürlich geholfen, in dem ich nochmal gelernt habe, was es braucht, um auf hohem Niveau zu spielen. Heute auf der anderen Seite zu stehen, hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe versucht, dass ein bisschen auszublenden. Ich kenne ja die Halle - das war so ein bisschen wie Training im letzten Jahr gegen die erste Sechs (lacht). Es hat Mega-Spaß gemacht.”




(gm)






© Fotos: SVG Lüneburg


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