THW — ein guter Teil der Blaulicht-Familie
von Carlo Eggeling am 12.06.2026Das THW unterstützt, wenn sich bei einem Zug die Bremse nicht mehr lösen lässt, wenn bei einem Unfall ein Auto gegen ein Gebäude kracht, wenn es darum geht, eine Wasserversorgung aufzubauen -- ein guter Teil der Blaulichtfamilie. Am Freitagabend lud das Technische Hilfswerk auf sein Gelände an der Dorette-von-Stern-Straße zum Sommerempfang ein. Ortsbeauftragter Ingo Perkun begrüßte rund 100 Gäste aus Hilfsorganisationen, Behörden, Politik, von Stadt und Kreis sowie aus dem THW selbst.
195 Mitglieder zählt der Ortsverband, davon 44 Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2025 leisteten die Einheiten insgesamt rund 27 000 Dienststunden ab.
Seit langen Jahren herrscht Enge in den Hallen gegenüber der Kulturbäckerei, es braucht mehr Platz, um Fahrzeuge und Material unterzubringen. Anfang des Jahres kam die Nachricht, der Bund stellt Geld für einen Neubau zur Verfügung, um 22 Fahrzeuge unterzubringen. Die Kosten werden auf mehr als 15 Millionen Euro geschätzt. Perkun schüttete in seiner Rede allerdings Wasser in den Wein: Die zuständigen Behörden hätten keine Kapazitäten für die Planung, "frühestens in vier Jahren rollt der erste Bagger".
Nicht die einzige Kritik Perkuns. In Richtung oberste Führungsebene beklagte er zweifelhafte Vorgaben. So solle der Ortsverband sich auf mögliche Katastrophen vorbereiten und sich mit Lebensmitteln samt Frischwasser für zwei Wochen für die aktiven Helfer bevorraten. Allerdings habe man auf Bundesebene keine Idee mitgeliefert, wo die Lüneburger all das lagern und wie sie es bezahlen sollen.
Zum Jahreswechsel hört Perkun nach 18 Jahren an der Spitze des Ortsverbandes auf, von seinen Aufgaben auf Bundesebene unter anderem als Ausbilder muss er sich auf Anweisung bereits im Sommer verabschieden. Es klingt nach schweren Differenzen. Für Perkun, der sich seit 36 Jahren für das THW engagiert, dürfte es ein schmerzender Einschnitt sein.
Am Abend gab es aber auch heitere Themen und viel Anerkennung durch die Redner und Rednerinnen. Den musikalischen Rahmen setzte die Formation "Tonart". Carlo Eggeling
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