Lüneburg, am Donnerstag den 11.06.2026

Umleitungen für den Lüneburger Süden

von Carlo Eggeling am 11.06.2026


Im Lüneburger Süden befürchtet man ein Verkehrschaos, Häcklingens Bürgervorsteher Wolfgang Güth und Embsens Bürgermeister Stefan Koch haben das Rathaus heftig kritisiert, wenn sie zu den bereits bestehenden Baustellen noch die Kreuzung Munstermannkamp / Soltauer Straße umgestalten wolle und zudem die Soltauer Alle vom Umspannwerk an stadteinwärts zur Einbahnstraße wird -- dort tauscht die Avacon Leitungen aus. LA hat im Rathaus nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist. Die Antworten.

+ Für voraussichtlich vier Wochen dienen Scharnhorst- und Blücherstraße, also der Straßenzug an der Uni, als Umleitung.

+ Radfahrer können während der Bauphase weiter wie gewohnt fahren.

+ Stadtauswärts, davon geht man im Verkehrsdezernat aus, nutzen Autofahrer Ostumgehung und WIlly-Brandt-Straße in Richtung Süden.

Busse werden in Absprache mit der Moin anders geführt:
• Umleitung Linien 5071, 5203 und 5700Fahrtrichtung stadtauswärts: Die Linien werden über Soltauer Str.- Oedemer Weg - Im Dorfe- Schmiedestraße - Häcklinger Weg zur Lüneburger Straße umgeleitet.

• Umleitung Linie 5009 Fahrtrichtung stadtauswärts: Ab der Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. fährt die Linie über den Munstermannskamp und erschließt das Wohnquartier durch die Haltestelle Blücherstraße. Ab dort führt der Linienweg über die Scharnhorststraße Richtung Häcklinger Kreisel/Häcklingen und bedient dort die bestehenden Haltestellen. Lediglich die Haltestellen Scharnhorststraße (DJH) und Hasenburg werden während der Maßnahme stadtauswärts nicht angefahren. Stadteinwärts führt der Linienweg aber wieder über beide Haltestellen.

• Umleitung Linie 5707 Fahrtrichtung stadtauswärts: Ab Munstermannskamp fährt diese Linie eine Umleitung über die Willy-Brandt-Str.- Universitätsallee- Uelzener Str.- Neu Häcklingen- Hauptstraße- Alter Hessenweg- Häcklinger Weg zur Lüneburger Straße.

Warum alles jetzt erledigt werden muss, erklärt Verkehrsdezernent Markus Moßmann so: Da die OHE-Brücke an der Soltauer Straße abgerissen und neu gebaut wird, biete es sich an, andere nötige Arbeiten in einem Zug ebenfalls anzupacken, um nicht später quasi erneute Blockaden durch Baustellen zu erleben.

Gleichwohl haben viele den Eindruck, Lüneburg riegelt sich durch Baustellen ab: Bleckeder und Dahlenburger Landstraße sind über Jahre eine riesige Sandkiste, kürzlich war die Goseburg dicht, die Autobahn Richtung Hamburg musste gerade glatter werden, es folgt der Kreisel kurz vor Bardowick, im Sommer kommt die B 209 in Höhe Adendorf wieder dran. Richtung Dahlenburg und Dannenberg geht's nicht ohne Umwege. Die Liste ist sicher nicht vollständig.

Die Stadt argumentiert, schlicht gesagt, andere Akteure planen eben auch, die haben aber nicht immer wie das Rathaus im Blick, dass ÖPNV und Blaulichtfamilie über den Stadtring durchkommen müssen.

Was in der Vergangenheit bereits politisch diskutiert wurde, nämlich eine Stelle für die Koordinierung von Baustellen zu schaffen, scheint die Verwaltung ganz gut zu finden. In der Antwort heißt es: "Für die Zukunft soll das Baustellenmanagement noch optimiert werden, um die Abstimmung und Koordinierung von Baumaßnahmen, für die die Hansestadt nicht selbst Vorhabenträgerin ist, weiter zu verbessern. Nicht planbare Maßnahmen, wie z.B. zurückliegend in der Bastionstraße oder Wallstraße werden sich angesichts der Sanierungsbedarfe der Infrastruktur (gilt z.B. auch für Kanalisation und sonstige Medien) werden immer eine zusätzliche Herausforderung darstellen."

Ausführlich beantwortet das Rathaus freundlicherweise die Frage nach Pendlern und der Belastung der Straßen:

"Der Pendleratlas Deutschland (pendleratlas.statistikportal.de) nennt für das Jahr 2024 für Lüneburg ca. 34.000 Einpendler und 17.000 Auspendler. Dabei können als Orientierung für eine Aufteilung auf die Verkehrsmittel die Daten des Statistischen Bundesamtes (Veröffentlichung vom 26.05.25) genutzt werden. Sie weisen bei Pendlern eine Nutzung des ÖPNV/SPNV von rund 16% aus und eine Nutzung des Pkw in Höhe von 65%, das Fahrrad liegt bei 10%." Eine eigene Erhebung besitze man nicht.

Und weiter antwortet das Rathaus:
Der Stadt liegen grundsätzlich keine Daten zu den Verkehrszahlen außerhalb des Stadtgebietes vor. Für Embsen gibt die o.g. Quelle beispielsweise 115 Einpendler aus Lüneburg an, sowie 651 Pendler von Embsen nach Lüneburg.

In Bezug auf das städtische Straßennetz liegen aus der letzten VEP-Analyse aus dem Jahr 2013 u.a. für den Planungsnullfall 2025 (Analyse von täglicher Verkehrsstärke im Jahr 2025 ohne Bau der A39) Zahlen zur durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke (dtV) vor. Hiernach werden für die hier interessierende Achse im Straßenverlauf von West nach Ost folgende Werte ausgewiesen:

5.750: Lüneburger Straße vor Ortseingang Rettmer

7.150: Lüneburger Straße vor Garbers Center

11.900: Soltauer Allee Höhe Hasenburg

11.450: Soltauer Straße vor Einmündung Scharnhorststraße

7.250 bis 7.550: Munstermannskamp


Was auf Autofahrer und Buskunden konkret zukommt, werde man rechtzeitig mitteilen, teilt die Pressestelle mit. Weitere Bürgerversammlungen solle es nicht geben. Sprecher Stefan Ahrens: "Auf ihrer Homepage hat die Stadt bereits eine eigene Seite für die „Baumaßnahmen Soltauer Straße“ eingerichtet und wird diese rechtzeitig vor Beginn der weiteren Bauphasen aktualisieren und ergänzend gezielte Pressearbeit betreiben." Carlo Eggeling

© Fotos: Stadt Lüneburg / OHE-Brücke


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