VCD warnt: Neue Schleuse in Scharnebeck
von Lüneburg Aktuell redaktionell gekürzt am 04.09.2026könnte Wasserprobleme verschärfen
Der geplante Neubau am Elbe-Seitenkanal steht in der Kritik. Der VCD Elbe-Heide fordert angesichts zunehmender Niedrigwasserphasen eine Neubewertung – und bringt ein modernes Schiffshebewerk als Alternative ins Spiel.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalverband Elbe-Heide, kritisiert den geplanten Schleusenneubau in Scharnebeck. Nach Ansicht des Verbandes berücksichtigen die bisherigen Planungen die inzwischen deutlich veränderten klimatischen Bedingungen und die zunehmende Wasserknappheit nicht ausreichend.
Die geplante Schleuse soll langfristig das seit 1975 betriebene Schiffshebewerk ersetzen und die Leistungsfähigkeit des Elbe-Seitenkanals sichern. Das Projekt ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft.
Der zentrale Kritikpunkt des VCD ist der Wasserverbrauch. Während das bestehende Hebewerk ähnlich wie ein Fahrstuhl arbeitet und vergleichsweise wenig Wasser verliert, werde bei einer Schleuse mit jedem Schleusungsvorgang Wasser zwischen den Kanalhaltungen verlagert. Nach Angaben des VCD müsse näherungsweise mit 16.000 bis 22.000 Kubikmetern pro Schleusung gerechnet werden. Zur Stabilisierung der Wasserbilanz müsse entsprechend zurückgepumpt werden.
Problematisch sei dies insbesondere deshalb, weil der Elbe-Seitenkanal keine nennenswerten natürlichen Zuflüsse besitzt. Sein Wasserhaushalt muss technisch reguliert werden. Gleichzeitig hätten sich extreme Hitze-, Dürre- und Niedrigwasserperioden in den vergangenen Jahren gehäuft.
Der VCD verweist insbesondere auf die Niedrigwasserphasen der Elbe in den Jahren 2015, 2018, 2019, 2022, 2025 und 2026. Dadurch verschärften sich auch mögliche Nutzungskonflikte zwischen Schifffahrt, Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie und Naturschutz.
Der Verband fordert deshalb einen neuen Variantenvergleich unter Berücksichtigung langfristiger Klimaszenarien. Dabei solle auch ein modernes Schiffshebewerk erneut geprüft werden.
Quelle: Pressemitteilung und Stellungnahme des Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalverband Elbe-Heide, vom 4. September 2026.
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