VIDEO: Denkmalschutz in Gefahr
von Carlo Eggeling am 04.09.2026Denkmalschutz in Gefahr
Am Wochenende zieht die frühe Neuzeit in die Altstadt ein, bei der alten Handwerkerstraße lebt eine Zeit wieder auf wie vor
500 Jahren. Marketenderinnen bieten Waren feil, ein Schmied lässt Hammer und Amboss klingen, Händler bieten Wolle, Honig und Leckereien an. Der Arbeitskreis Lüneburg Altstadt tut seit mehr als einem halben Jahrhundert eine Menge, um das Erbe Lüneburgs wachzuhalten und zu bewahren. Einnahmen aus dem Spektakel fließen unter anderem als Zuschüsse in die Restaurierung uralter Häuser.
Denkmalschutz, so praktisch er hier ist, bedeutet auch eine politische Haltung. Das Land will, je nach Lesart, Vorschriften vereinfachen oder streichen. Der Geschichte könnte es also an den Kragen gehen. Das kritisiert der ALA, aber auch der ehemalige Stadtarchäologe Prof. Dr. Edgar Ring.
„Es geht hin zur Fassadendenkmalpflege", sagt der Wissenschaftler. „Wir wissen zwar noch nicht, was hinter manchen Aussagen steckt, wenn es so kommt, würden wir vieles verlieren." Der Schwerpunkt solle auf Ensembleschutz liegen, also nicht mehr im Inneren der Gebäude. Doch gerade das sei ebenfalls wichtig, um Substanz zu schützen. Vor allem in einer Stadt wie Lüneburg mit rund 1500 Baudenkmalen.
Ring und seine Mitstreiter fürchten einen Personalabbau unter anderem beim Landesamt für Denkmalpflege. Weniger Fachleute, weniger Wissen. Die klammen Kommunen könnten nachziehen mit dem Ansatz „Können wir uns nicht mehr leisten".
Das betreffe auch die Archäologie. Denn manche Erklärungen, wie unsere Vorfahren lebten, schlummern noch im Boden. So
Schon jetzt gebe es viele Möglichkeiten, Investoren zu beraten, um das Wesen der alten Häuser zu erhalten. Schon jetzt könne man zum Beispiel Treppenlifte oder gar Aufzüge in denkmalgeschützte Gebäude einbauen, auch beim Brandschutz gebe es Ideen. Und die Herausforderungen dürften wachsen, Stichworte seien Klimaschutz, Wohnungsnot und demografischer Wandel.
Mit einer Petition wollen Denkmalschützer auf ihre Sorgen aufmerksam machen. 5000 Unterschriften haben sie bereits zusammen. Warum das Anliegen wichtig ist, können Besucher am Wochenende im Schatten von St. Michaelis erleben. Carlo
Eggeling
Dazu ein Video mit Dr Ring
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