Lüneburg, am Mittwoch den 19.08.2026

Wahlkampfkosten in Lüneburg: Zwischen unter 10.000 und rund 50.000 Euro

von Winfried Machel LA am 19.08.2026


Wie teuer ist der Kampf ums Lüneburger Rathaus – und wer bezahlt ihn? LÜNEBURG AKTUELL hat die Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der Oberbürgermeisterin beziehungsweise des Oberbürgermeisters nach Kosten, Finanzierung, Plakatmengen und möglichem Reformbedarf gefragt.

Die Antworten zeigen deutliche Unterschiede – sowohl bei den Summen als auch bei der Bereitschaft, konkrete Zahlen zu nennen.

Claudia Kalisch (Grüne) rechnet für ihren OB-Wahlkampf mit rund 50.000 Euro. Im Stadtgebiet hängen nach ihren Angaben knapp 400 Plakate. Eine genaue Aufteilung der Kosten nennt sie derzeit nicht, da sich diese je nach Wahlkampfverlauf, Spendenaufkommen und möglicher Stichwahl noch verändern könne. Nach der Wahl wolle sie prüfen, welche Angaben rechtskonform veröffentlicht werden können. Kalisch bezeichnet 50.000 Euro selbst als „viel Geld“, verweist aber darauf, dass Kommunalwahlkämpfe nicht über eine staatliche Wahlkampfkostenerstattung finanziert würden.

Frank Soldan (FDP) kalkuliert mit etwa 10.000 bis 15.000 Euro. Das Geld fließe fast vollständig in Plakate, Flyer, Banner und Giveaways. Für Anzeigen sei kaum Budget vorhanden. Rund 600 Plakate seien an etwa 300 Standorten aufgehängt worden. Finanziert werde der Wahlkampf hauptsächlich durch FDP-Stadt- und Kreisverband, ergänzt durch Eigenmittel des Kandidaten sowie Beteiligungen weiterer Ratskandidaten. Soldan hält die heutigen Wahlkampfkosten ausdrücklich für zu hoch. Sie könnten kleinere Parteien, Gruppen und Einzelbewerber benachteiligen und Kandidaten stärker von Spendern abhängig machen.

Michèl Pauly (Volt) nennt für Oberbürgermeister-, Gemeinde- und Kreiswahl zusammen Gesamtkosten von deutlich unter 10.000 Euro. Für die OB-Wahl seien rund 380 Plakate vorgesehen, von denen derzeit etwa 200 im Stadtgebiet hängen. Die Kosten für diese Plakate beziffert Volt auf ungefähr 1.140 Euro. Eigenmittel der Kandidierenden würden nicht eingesetzt, finanziert werde der Wahlkampf im Wesentlichen durch den Landesverband Volt Niedersachsen. Im Fall einer Stichwahl rechnet Pauly lediglich mit zusätzlichen Kosten im dreistelligen Bereich. Volt schlägt zudem vor, Plakatflächen beziehungsweise Straßenzüge künftig öffentlich unter den Parteien zu verlosen und Obergrenzen einzuführen.

Die SPD Andrea Schröder-Ehlers nennt dagegen keine konkrete Gesamtsumme. Der Kommunalwahlkampf verfüge zwar über ein festgelegtes internes Budget, dieses werde während des laufenden Wahlkampfs jedoch nicht veröffentlicht. Zusätzliche Kosten seien durch den Wechsel der Oberbürgermeisterkandidatur von Oliver Wozniok zu Andrea Schröder-Ehlers entstanden, weil bereits produziertes Material teilweise neu erstellt werden musste. Die SPD spricht von etwa 1.000 Plakatstandorten im Stadtgebiet, wobei auch zerstörte Plakate mitgerechnet seien. Finanziert werde der Wahlkampf aus Parteimitteln sowie Spenden. Eine detaillierte Wahlkampfabrechnung nach der Wahl sei nicht vorgesehen.

Der parteilose Kandidat Heiko Meyer wiederum möchte derzeit überhaupt keine Angaben zu seinen Wahlkampfkosten machen. Er kündigte an, die Fragen erst nach der Wahl beantworten zu wollen. Die finanziellen und zeitlichen Parameter seiner Kampagne seien bis zum Wahltag vertraulich und Bestandteil seiner Wahlkampfstrategie.

Damit bleibt der Vergleich lückenhaft: Während einige Kandidaten konkrete Summen nennen, halten andere wesentliche Zahlen während des laufenden Wahlkampfs zurück.

Von CDU und Linken erhielt LÜNEBURG AKTUELL bis zum Ablauf der gesetzten Frist keine Antwort.

Und auch das gehört zur Transparenz eines Wahlkampfs: Keine Antwort ist am Ende ebenfalls eine Antwort.

© Fotos: KI generiert


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