Lüneburg, am Freitag den 07.08.2026

Warten auf die nächste Baustelle — eine Geschichte der Koordination

von Carlo Eggeling am 07.08.2026


Baustellen besser aufeinander abstimmen -- parteiübergreifend eine Forderung. Scheint nicht einfach zu sein, sie zu erfüllen. Ein Blick auf die B 209 zwischen Lüneburg und der Kreuzung Elba zeigt das. Viele dachten, die Baustellenzeit sei jetzt für lange Zeit zu Ende, ein Irrglaube. Denn in vier Jahren rücken voraussichtlich wieder Baumaschinen an, um rund einen Kilometer ausgefahrenen welligen Asphalt zu erneuern. Das ergeben Nachfragen bei der Straßenbaubehörde des Landes und bei der Stadt. Selbst wenn der Radverkehr im Rathaus ganz oben steht, heißt es für Radler, tapfer sein: Das marode Band zeigt sich künftig noch rumpeliger und geflickter, das Stück soll erst 2030 schöner werden -- wenn denn Geld da ist. Zur Erklärung: Straße und Radweg gehören zu Lüneburg, die Grenze der Stadt läuft dort bis zum Ortsschild Adendorf entlang.

Ein Rückblick. Im vergangenen Jahr hat die Straßenbaubehörde des Landes zwischen Juli und Dezember die Fahrbahn in drei Abschnitten zwischen dem Abzweig nach Bardowick und Dorfstraße in Adendorf erneuert. Diesen Sommer geht es an der Artlenburger Landstraße weiter. Das Land hübschte die Kreuzung Dorfstraße auf, die Stadt den Teil vor der Kreuzung an der Lüner Rennbahn bis zur Fliederstraße nach Adendorf.

Das klingt nach Zusammenarbeit. In einer Pressemittelung hatte die Stadt es im Juni so erklärt: "Ursprünglich war die Sanierung des stark beschädigten Abschnitts bereits in 2025 vorgesehen. 'Wir haben die Sanierung kurzfristig auf 2026 verschoben, um sie zeitlich mit den Bauarbeiten in Adendorf abzustimmen. So kommt es auf dieser wichtigen Verkehrsstrecke nur einmal zu Einschränkungen', erklärt Alexander Matz, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Grün."

Neben dem Land sitzt quasi zudem der Wasserbeschaffungsverband Elbmarsch auf dem Bagger: Der verbuddelt unter dem Radweg auf der Adendorfer Seite Wasserleitungen und Anschlüsse.

Wie gut die Koordination funktioniert, kann jeder selbst beurteilen. Am Radweg bauen die Wassermänner inzwischen seit einem Jahr, warum sie dafür so lange brauchen, hat sicher tiefschürfende Gründe. Vor allem weil in Höhe der Kreuzung Dorfstraße nun beide Fahrtrichtungen für Fußgänger und Radfahrer gesperrt sind -- Umleitung durch Adendorf. Da inzwischen eine Menge Menschen das tun, was Politik und Klimawandel fordern, nämlich statt Auto mit dem Velo zu fahren, ist das ärgerlich. Jeden Morgen und Nachmittag herrscht auf dem Radweg zwischen Brietlingen und Stadt Rushhour.

Die Bauarbeiten machen es dem Sattelfesten schwer. Warum Planer, die Fahrradringe zur lebenswichtigen Entscheidung machen, keine bequeme Alternative bieten, bleibt ebenso ein Mysterium wie die Speichen-Helden von ADFC und VCD, die ansonsten stets laut klingeln, nun aber so mobil wirken wie ein Rennrad mit Plattfuß. Kein Wort zur Dauerbaustelle. Ist nicht Wahlkampf?

Auf dem Radweg zwischen der Kreuzung Lüner Rennbahn und Dorfstraße reihen sich seit Jahren Risse an durch Baumwurzel aufgeplatzten Asphalt, dazu Flicken unzähliger Baustellen. Jetzt kommen noch mehr dazu. Warum ziehen die Wasserbauer den Weg nicht in einem Schritt gemeinsam mit der Stadt Lüneburg glatt?

Geht nicht, antwortet die Pressestelle, das Land mache nicht mit: "Die Sanierung des Radwegs ist für 2030 geplant. Als das Ausmaß der Bautätigkeiten durch den Wasserbeschaffungsverband Elbmarsch feststand, haben wir kurzfristig versucht, die Sanierung des Radwegs vorzuziehen und bei unserem Fördermittelgeber nachzumelden, da Radwegsanierungen vom Land mit bis zu 80 Prozent gefördert werden. Leider war dies nicht mehr möglich. Eine Instandsetzung ohne Fördermittel ließ sich aus dem jetzigen Haushalt nicht mehr umsetzen, so dass es bei dem Plan für 2030 bleibt."

In vier Jahren läuft die Koordination mit sich selbst wahrscheinlich gut, weil die Artlenburger Landstraße ja ebenfalls durch die Stadt erneuert werden soll. Bestimmt beziehen die behördlichen Koordinatoren Geschäftsleute in Höhe des Adendorfer Gewerbegebiets und Supermarkts in ihre Überlegungen ein. Zum Beispiel bei der Frage, ob die B209 wieder komplett gesperrt wird und Kunden Läden mäßig gut ansteuern können. Carlo Eggeling


Die Bilder geben Eindrücke von der Artlenburger Landstraße.

© Fotos: ca


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