Lüneburg, am Montag den 19.10.2026

Weniger Lachgas, mehr Klimaschutz: AGL untersucht Klärbetrieb

von Hajo Boldt am 19.10.2026



Kläranlagen schützen Gewässer – doch bei der Abwasserreinigung entstehen auch klimaschädliche Gase. Die Lüneburger AGL untersucht deshalb, wie sich der Lachgasausstoß ihrer Anlage verringern lässt. Geschäftsführer Lars Strehse, Umweltmanagerin Sarah Domaß und Abwasserexperte Janne Lukas Sonntag stellten jetzt erste Ergebnisse vor.
Lachgas entsteht bei der biologischen Stickstoffentfernung durch Bakterien. In der vorgestellten Treibhausgasbilanz der AGL für 2025 entfallen rund 44 Prozent der berechneten Klimawirkung auf Lachgas und weitere 36 Prozent auf Methan. Hier liegt entsprechend großes Potenzial für Verbesserungen.
Schwimmende Messhauben auf den Belebungsbecken erfassen die entweichenden Gase. Eine Analysestation bestimmt den Lachgasgehalt mithilfe von Infrarotlicht. So lässt sich verfolgen, wann besonders viel Lachgas freigesetzt wird und welchen Einfluss die Betriebsbedingungen haben.
Die vorgestellten Messergebnisse umfassen vier Monate von Mai bis August. In einem zusätzlichen zweiwöchigen Versuch wurde die Sauerstoffversorgung verändert: Bei einer Absenkung von 2,8 auf 2,5 Milligramm Sauerstoff je Liter sank die gemessene Lachgasfracht um etwa 20 Prozent. Bei 2,1 Milligramm waren es rund 30 Prozent.
Ein vielversprechender Ansatz, der weiter geprüft werden soll. Im Winter sind erneute Versuche vorgesehen, denn Temperatur und Abwasserzusammensetzung beeinflussen die biologischen Prozesse. Ziel ist, den Treibhausgasausstoß zu senken und das Abwasser weiterhin zuverlässig zu reinigen, bevor es in die Ilmenau gelangt.
Text/Fotos/Video: Hajo Boldt

© Fotos: Hajo Boldt


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook

Auf iOS: Teilen ➜ „Zum Home-Bildschirm“