Wie im Dschungel — üppiges Grün
von Carlo Eggeling am 30.06.2026Heiße Sonne, dazu reichlich Regen -- es grünt und wuchert. Das ist nicht nur schön, denn Wege wachsen zu, Fußgänger und Radler kommen nicht überall gut durch. Dafür ist oftmals nicht die Stadt verantwortlich, sondern die Anlieger. Es ist ein bisschen wie im Winter, wo nicht jeder der Räumpflicht nachkommen. Im Sommer versäumen einige, Hecken und Büsche zurückzuschneiden.
Ein Gang über den Kreideberg zeigt, was auch in anderen Stadtteilen Alltag ist: eingewachsene Wege. Die Husanusstraße, ein Fußweg, der sich vom Ochtmisser Kirchsteig an der Gartenkolonie entlang bis zur Dempwolfstraße zieht, wird immer schmaler. Ähnlich schaut es aus an Wegen, die sich am Gelände der alten Christiani-Schule und Sportplätzen in Richtung Hochäuser führen oder von der Stöteroggestraße hinter Wohnblocks entlang zur Elbinger Straße. Tückisch wird's am Gehweg, der sich parallel zur Hamburger Straße hochzieht bis zu Fußgängerbrücke von Zelt- zum Kreideberg. Wenn es schlecht läuft, bleibt man an einer Dornenhecke hängen.
Der Chef der städtischen Servicegesellschaft AGL, Lars Strehse, sagt, seine Mitarbeiter würden Wege regelmäßig pflegen und zudem ausrücken, wenn es Meldungen zu üppigem Grün gebe.
Doch was passiert, wenn ein Bürger nicht auf praktischen Kurzschnitt setzt? Im Rathaus erklärt Sprecherin Ann-Kristin Jenckel: "Die Straßenbegeherinnen des Bereichs Straßenbau achten auf Überwuchs und melden entsprechende Problemstellen an den Bereich Ordnung. Der Ordnungsdienst fährt nach eingegangenen Beschwerden die betreffenden Stellen an. Es gibt dann ein Infoschreiben, das in den Briefkasten geworfen wird. Anschließend erfolgt eine Kontrolle nach drei bis vier Wochen und gegebennefalls ein Schreiben als Erinnerung. Darüber hinaus erhält die Stadt Meldungen von Bürgern, denen wir nachgehen."
Dass es ein dauerndes Thema ist, zeigt sich an einer Pressemitteilung, welche die Stadt vor zwei Jahren herausgegeben hat. Darin heißt es: Die weise ausdrücklich darauf hin, dass ein Rückschnitt für die Eigentümer angrenzender Grundstücke "das ganze Jahr über zulässig gar verpflichtend" sei: „Viele glauben, sie dürften in der Nist- und Brutzeit zum Schutz von Vögeln ihre Hecken und Bäume nicht schneiden dürfen." Das sei aber nicht richtig, das Bundesnaturschutzgesetz lasse die Pflege ausdrücklich zu, da es um Sicherheit auf Wegen gehe.
Mal sehen, wann die Heckenscheren auf dem Kreideberg surren.
Die Bilder geben einen Eindruck aus dem Viertel. Carlo Eggeling
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