Lüneburg, am Montag den 06.07.2026

Wiederholung folgt. Und zwar gleich noch einmal.

von Winfried Machel am 05.07.2026


Es gibt Abende, da fragt man sich ernsthaft: Schaue ich Fernsehen oder bin ich versehentlich in einer Zeitschleife gelandet? Kaum ist der Film vorbei, läuft er wenige Tage später erneut.
Die Serie? Schon dreimal gesehen. Die Dokumentation? Bekannt. Der Krimi? Ebenfalls.

Der Rundfunkbeitrag dagegen kennt keine Wiederholung. Der wird pünktlich und in voller Höhe fällig – Monat für Monat.
Da stellt sich schon die Frage: Wofür bezahlen wir eigentlich? Für ein vielfältiges Programm oder für das Recht, dieselbe Sendung immer wieder präsentiert zu bekommen? Natürlich gehören Wiederholungen zum Fernsehen. Niemand erwartet rund um die Uhr Premieren. Aber wenn gefühlt das halbe Programm aus Konserven besteht, darf man sich schon fragen, ob das noch dem Anspruch eines gebührenfinanzierten Rundfunks entspricht.

Wer beim Bäcker zehn frische Brötchen bestellt und fünf vom Vortag bekommt, würde reklamieren. Wer ein Konzertticket kauft und stattdessen die Aufzeichnung vom letzten Jahr sieht, wäre wohl kaum begeistert. Beim Fernsehen scheint das dagegen selbstverständlich geworden zu sein.

Und so bleibt zum Schluss nur eine rein rhetorische Frage: Wenn immer mehr Wiederholungen gesendet werden – müsste dann nicht wenigstens ein Teil des Rundfunkbeitrags ebenfalls auf Wiederholung gehen und beim Zuschauer bleiben?
Oder gilt auch hier: Bezahlt wird in voller Höhe. Ganz gleich, wie oft dasselbe Programm noch einmal läuft.

© Fotos: KI generiert


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